Tagestipps im Radio

Tagestipps

Mittwoch 18:03 Uhr SRF 2 Kultur

Kontext

Eine verlorene Generation - Jugend in der Pandemie Seit rund einem Jahr befindet sich die Welt im Ausnahmezustand. Zuerst galt alle Aufmerksamkeit den älteren, den vulnerablen Menschen. Zunehmend rücken die Jugendlichen in den Fokus, denn aktuelle Studien zeigen: Die meisten psychischen Auffälligkeiten zeigen sich bei den 14- bis 24-Jährigen.

Mittwoch 19:00 Uhr rbb Kultur

FEATURE

Gespräche mit Lebenden und Toten Nach dem Roman "Tschernobyl - Eine Chronik der Zukunft" Von Swetlana Alexijewitsch in Bearbeitung von Frank Werner Übersetzung aus dem Russischen von Ingeborg Kolinko Regie: Ulrich Gerhardt Produktion: SR/NDR/WDR/SFB-ORB 1999

Mittwoch 19:05 Uhr Ö1

Dimensionen

Die Aufseherin Die ungewöhnliche Geschichte der Hedwig Stocker Von Ulrike Schmitzer 1941 beginnt Hedwig Stocker als Oberwachtmeisterin in der Haftanstalt Krems zu arbeiten. Im Gefängnis sitzen politische Häftlinge, Widerstandskämpferinnen gegen das NS- Regime. Auf den ersten Blick würde man meinen, dass hier eine überzeugte Nationalsozialistin ihren Dienst tut. Erst 1950 beendet sie ihre Tätigkeit. Ist das ein klassischer Fall, wie man nahtlos in die Nachkriegszeit wechselt? Doch Hedwig Stocker war eine ungewöhnliche Aufseherin, die von den weiblichen Häftlingen geschätzt und geliebt wurde. Davon zeugen Briefe und Dokumente. Hedwig Stocker war eine Frau mit Zivilcourage. Gegen Kriegsende versteckte sie eine "Politische" in ihrem Gartenhaus und rettete sie so vor der SS. Viele der ehemaligen Gefangenen trafen sich später noch privat mit der Aufseherin. Literaturtipp: Antonis Sanoudakis: Widerstand in Griechenland und Stein. Die Geschichte des Nikos Mavrakis. Kommentiert und herausgegeben von Robert Streibel. Verlag Bibliothek der Provinz Robert Streibel: Der Engel von der Kasernenstrasse. Die Gefängnisaufseherin Hedwig Stocker aus Krems. Mitteilungen der Alfred Klahr Gesellschaft, Nr. 3/2019, S. 7-12

Mittwoch 19:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

Der rebellische Vier-Sterne-General Die Filmlegende George S. Patton Von Jürgen Kalwa Geschichten aus dem Zweiten Weltkrieg waren in Hollywood über Jahrzehnte vor allem eines: optische Spektakel mit schlichten Plots und Figuren, die das Soldatentum idealisierten. Kritische Stoffe über die Vernichtungsmaschine und deren Auswirkungen auf die Protagonisten bildeten die Ausnahme. Doch dann erschien - vor einem halben Jahrhundert - "Patton" im Kino, Biografie und zugleich Charakterstudie eines getriebenen, selbstverliebten Heerführers voller innerer Widersprüche. Sein Erfolg geht auf das Konto vieler Beteiligter, nicht nur auf das von Hauptdarsteller George C. Scott. Was in dem Film steckte, der auf dem Höhepunkt des Vietnamkriegs sogar Pazifisten ansprach, zeigte sich in den Jahren danach durch seinen Einfluss auf das Genre.

Mittwoch 20:03 Uhr SRF 1

Spasspartout

«Einfach CompliKatie!» Katie Freudenschuss live und in echt Gewohnt wort- und stimmgewaltig zeigt die Kabarettistin, Pianistin und Sängerin musikalisch und sprachlich ihre zahlreichen Facetten und Talente. Unterschiedliche Stile, Dialekte und Charaktere verweben sich zur unterhaltsamen One-Woman-Show.

Mittwoch 20:05 Uhr Bayern 2

Hörspiel

Maigret und die Bohnenstange Von Georges Simenon Mit Paul Dahlke, Traute Rose, Rolf Boysen, Erik Schumann, Uli Steigberg und Fritz Straßner Komposition: Herbert Jarczyk Bearbeitung: Gert Westphal BR 1961 Bohnerst Albert, genannt der Trauerkloß, hat sich aufs Safeknacken spezialisiert. Bei einem Einbruch in das Haus von Guillaume Serre stößt er statt auf die erhoffte Beute auf die Leiche einer Frau. Weil er nicht unter Mordverdacht geraten will, macht er sich aus dem Staub. Ernestine Bohnenstange aber wendet sich vertrauensvoll an Kommissar Maigret und bittet ihn, ihrem Albert aus der Patsche zu helfen. Und wieder einmal fühlt sich Maigret, der in seiner Jugend zwei Jahre lang Medizin studiert hat, wie ein Arzt, den man in höchster Not gerufen hat, um einen Patienten zu retten. Im Haus der Serres will man jedoch weder von einem Einbruch, noch von einer Leiche etwas wissen. Merkwürdig ist nur, dass Madame Serre auf ihrer Reise nach Holland spurlos verschwunden ist.

Mittwoch 21:05 Uhr Deutschlandfunk

Querköpfe

Kabarett, Comedy & schräge Lieder Kabarett und Depression Das Licht am Ende des Tunnels könnte ein Zug sein Von Anja Buchmann Eigentlich passt es nicht zusammen: Depression und Kabarett. Die absolute Leere, innerliche Lähmung und Lethargie und der Spaß, der Witz, die positive Energie. Vielleicht ist es Zeitgeist, vielleicht ist es einfach Statistik, vielleicht sind aber auch Kabarettistinnen und Slam-Poeten besonders gefährdet, depressiv zu werden. Jedenfalls gibt es eine Handvoll Künstlerinnen und Künstler, die diese Krankheit oder eine ihrer Verwandten am eigenen Leib erlebt haben und direkt auf der Bühne darüber erzählen, wie Nico Semsrott - vor seiner Zeit im EU-Parlament -, wie Helene Bockhorst oder Tobi Katze. Sie thematisieren die bipolare Störung des Partners in einem Programm, wie Lo Malinke, oder sie erzählen der Öffentlichkeit, dass sie Auftritte wegen einer Angststörung absagen mussten, wie Patrick Salmen. Viele Wege führen zur Depression. Und nein, diese Krankheit ist alles andere als witzig - aber vielleicht kann man dennoch Witze darüber machen. Ein vorsichtiger Blick in der Welt von stand up tragedy und depressivem Poetry-Slam.

Mittwoch 22:00 Uhr MDR KULTUR

Grüne Bilanzen ­

Über nachhaltiges Rechnen im Bio-Landbau von Conrad Lay (Erstsendung) Die EU-Kommission hat einen Aktionsplan für nachhaltiges Wachstum beschlossen: den European Green Deal. Damit soll Europa auch mit Hilfe eines nachhaltigen Finanzwesens klimaneutral werden. Allerdings stellt sich die Frage, wie Unternehmen die neuen Anforderungen umsetzen sollen. Die Freiburger Regionalwert AG versucht dies im Bereich der Landwirtschaft. Die Bürger-Aktiengesellschaft, in der sich zahlreiche Öko- Betriebe zusammengeschlossen haben, hat Wege gefunden, wie sich ökologische und soziale Werte, die bislang als außerökonomisch galten, in das traditionelle Rechnungswesen einbeziehen lassen. Ihre ökologisch nachhaltige Buchhaltung erweitert die herkömmliche Betriebswirtschaft um Faktoren wie Bodenfruchtbarkeit, Biodiversität und Tierwohl. Der neue Ansatz eines "green accounting" zeigt, was möglich ist, wenn sich die Bilanzen an ökologischen Zielen orientieren. Denn eines ist gewiss: Nachhaltigkeit an sich interessiert keinen. Erst wenn es ums Geld geht, hören die Chefs in den Vorstandsetagen zu. Conrad Lay studierte Rechts- und Politikwissenschaften, Promotion über die Unterentwicklung Süditaliens. Seit 1980 Rundfunkautor, Kritiker und Publizist. Leiter von Seminaren der Erwachsenenbildung zur deutsch- deutschen Annäherung. Mehrere Journalistenpreise, u.a. Preis der Bundesvereinigung Lebenshilfe, Journalistenpreis des Presse-Clubs Frankfurt am Main, Salus-Medienpreis sowie deutsch-polnischer Tadeusz-Mazowiecki- Journalistenpreis Produktion: HR 2021 /ARD Radiofeature

Mittwoch 22:00 Uhr NDR Blue

Nachtclub NDR Blue in Concert

Heute mit Calexico und Iron Wine (1/2) Sowohl Calexico aus Tucson, Arizona als auch Sam Beam alias Iron Wine aus South Carolina zählen zu den beliebtesten Americana-Künstlern. 2005 gab es schon das gemeinsame Album "In The Reins", 15 Jahre später haben beide Bands erneut eine Platte aufgenommen. Mit "Years To Burn" sind sie auch live aufgetreten: Wir haben für Sie den Konzertmitschnitt von Calexico und Iron Wine in der Muffathalle in München - dort spielten sie am 11. November 2019.

Mittwoch 22:03 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Hörspiel

es gibt diese namen / es gibt diese wut Von Kollektiv HALM Mit: Rosalia Warnke, Lea Taake, Josefine Hochbruck, Leon Rüttinger Komposition: Dean Ruddock Ton: Samson Fischer Produktion: Autorinnen und Autoren 2020 Länge: 22"29 Sexismus im Literaturbetrieb, subtil oder klar sichtbar - Studierende des Studiengangs für Sprachkunst an der Universität für angewandte Kunst in Wien zeichnen ihre Gedanken dazu auf. Anschließend: A Woman"s Work Von ongoing project Mit: Ebow, Leila A., Yaso G, Hengameh Yaghoobifarah, Tina K., dem Frauenbeirat Stadtplanung Mitte, Jumoke Adeyanju, Clara Wellner Bou, Sarah Awad, Frida und Olivia Peters, Faseeha Chughtai, Rachel Cooker Musik: René Flächsenhaar Ton: die Autor:innen Produktion: Autor:innenproduktion/RBB 2019 Länge: 28"24 In einem Open-Air-Studio in Berlin Wedding werden Frauen, die schon im Berufsleben stehen, von Jüngeren interviewt. Gefragt sind ihre Erfahrungen mit Arbeitsverhältnissen, Diskriminierung und Aktivismus. Sexismus im Literaturbetrieb - begünstigt durch Networking, das hilfreich, sogar unerlässlich ist, wenn man dabei sein will. Viele junge Autorinnen und Autoren machen schmerzhafte Erfahrungen mit dem Thema. Studierende des Studiengangs für Sprachkunst an der Universität für angewandte Kunst in Wien haben ihre Erfahrungen und Gedanken dazu aufgeschrieben. Entstanden ist eine Stimmen­collage über Victimblaming, Täterinnen und Täter, Angst und Scham. Über Seilschaften, Vernetzung und Ausgrenzung. Über das Sagen und das Nichtsagen. Über misogyne Aussagen. Über Verletzung. Über Wut. Das Stück wurde von den Studierenden während des Lockdowns im Frühjahr 2020 via Google Docs zusammen entwickelt und geschrieben. Kollektiv HALM: Maë Schwinghammer (*1993), Autorin, Lyrikerin; Anouk Doujak (*1998), Autorin, Grafikerin; Hannah Bründl (*1996), Autorin für Theater, Hörspiel und Multimediaprojekte; Laura Bärtle (*1999), Autorin, Lyrikerin. Sie alle studieren Sprachkunst an der Universität für angewandte Kunst in Wien. "es gibt diese Namen / es gibt diese Wut" wurde von den Studierenden in Kooperation mit dem studio brut in Wien produziert. A Woman"s Work: "Bist du Feministin?", fragt die junge Rapperin Ebow. Sie sitzt in einem Open-Air-Studio mitten im Wedding, gebaut von Mädchen und jungen Frauen mit Mitgliedern von Baufachfrauen e.V. aus der Nachbarschaft. Während eines Workshops interviewen die Teilnehmerinnen Frauen* aus unterschiedlichen Tätigkeitsbereichen (Journalismus, Gastronomie, Stadtplanung) und fragen, was es bedeutet, heute eine Frau zu sein. Sie sprechen über prekäre Arbeitsverhältnisse, Diskriminierung, Aktivismus und darüber, warum Hip-Hop noch immer von Männern dominiert wird. Entstanden ist ein Potpourri aus Stimmen - und schließlich ein Rap, denn: "Wenn du ganz normal redest, gucken die dich an und gehen weiter, aber wenn du es rappst und eine Nachricht rausbringst, dann hören sie dir zu." Das Kollektiv ongoing project, bestehend aus Lisa Schwalb, Alma Wellner Bou, Alexander Bauer, Chris Herzog, Ferdinand Klüsener, gründete sich 2009 am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen. Seit 2014 realisieren sie Projekte im Bereich Performance, Soziokultur und Interdisziplinären Kunst im In- und Ausland. Schwerpunkt all ihrer Arbeiten ist die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Fragen und die Kritik an bestehenden Verhältnissen. "A Woman"s Work" ist in Kooperation mit MÄDEA/Stiftung SPI entstanden, gefördert vom "Berliner Projektfonds kulturelle Bildung" und dem Deutschen Kinderhilfswerk. es gibt diese namen / es gibt diese wut A Woman"s Work

Mittwoch 23:00 Uhr rbb Kultur

MUSIK DER KONTINENTE

Mit Peter Rixen Café Oriental Experimente mit Sounds von außerhalb des eigenen Kulturkreises sind kein westliches Privileg. Auch für die Musiker des Orients hat der Flirt mit dem Fremden seinen besonderen Reiz. bis 00:00 Uhr

Dienstag Donnerstag